![]() |
||||||||||||||||||||||||
2. Gegen den Einfluß der Politik auf die Besetzung aller öffentlichen Positionen. Wir treten für eine strikte Trennung von politischen und Verwaltungslaufbahnen ein, wobei wir unter „Verwaltung“ nicht den gesamten öffentlichen Dienst, sondern nur die öffentliche Verwaltung im engen Sinne meinen. Wir werden die Position des sogenannten Politischen Beamten abschaffen und diese Stellen, soweit nötig, besetzen mit angestellten Mitarbeitern auf der Basis von Zeitverträgen, die an die Dauer des Ministeramtes gebunden sind. Wir werden nicht nur die öffentliche Stellenausschreibung aller von der Politik kontrollierten Positionen zwingend vorschreiben sondern auch die schriftliche Begründung der Entscheidungskriterien für die jeweilige Besetzung, die gegebenenfalls von Verwaltungsgerichten überprüft und angefochten werden können.
Wir werden die Parteienfinanzierung reduzieren auf die tatsächliche Erstattung der Wahlkampfkosten, die durch Belege nachzuweisen sind, wobei eine angemessene Obergrenze für erstattungsfähige Wahlkampfkosten durch eine unabhängige Kommission festzulegen ist. Wir werden die Finanzierung der Parteistiftungen aus Steuermitteln - derzeit im Jahr bald eine Milliarde DM -, die eine indirekte Parteienfinanzierung darstellt, einstellen. Wir werden die derzeitige Praxis der Zwangs-Mitgliedsbeiträge von Abgeordneten für die Partei- und Fraktionskassen verbieten, die auf dem Umweg über erhöhte Abgeordnetengehälter letztlich ebenfalls aus Steuermitteln stammen. Wir werden den Betrag für die Bezahlung von Hilfskräften für Abgeordnete und Fraktionen auf das für die Parlaments- und Wahlkreisarbeit notwendige Maß reduzieren, ohne Berücksichtigung der Dienstleistungen für die Parteiarbeit.
Wir werden die Bevölkerung rückhaltlos darüber aufklären, daß der Wohlfahrtsstaat alter Prägung nicht mehr zu finanzieren ist. Wir werden alle Subventionsbereiche durchforsten, von der Landwirtschaft über den Wohnungsbau, die Werften, die Kohle, den Export, die Forschung, die Arbeitsförderung bis hin zur vorgezogenen Altersrente und werden ihre Notwendigkeit überprüfen nicht nur der Höhe nach, sondern bezüglich ihrer generellen Berechtigung. Wir werden jede staatliche Subvention von vornherein mit einem Auslaufdatum versehen, damit über ihre eventuelle Weiterführung jedes Mal erneut diskutiert und entschieden werden muß. Dieses Verfahren werden wir Zug um Zug auch auf die bestehenden Subventionen anwenden. Wir werden ein freiwilliges Jahr des gemeinnützigen Engagements für Jungen und Mädechen vor der Berufsausbildung einrichten und wir werden anregen, nach einer Probezeit dies in ein Pflichtjahr umzuwandeln als Alternative zum Wehrdienst und zum zivilen Ersatzdienst. Ein solches Projekt würden wir nur aufgrund eines Volksentscheids einführen. Wir werden die Einrichtung von Freiwilligen-Agenturen fördern, die für die Idee des Freiwilligen-Engagements für gesellschaftliche Aufgaben werben und interessierte Menschen in geeignete Einsatzstellen vermitteln.
Wir selbst werden als Fraktion im Bundestag versuchen, in wichtigen Fragen zu einer gemeinsamen Meinung zu kommen, aber letztlich jedem Mitglied eine abweichende Meinung freistellen. Wir nehmen den Auftrag unseres Grundgesetzes ernst, daß die Abgeordneten nur ihrem Gewissen verantwortlich sind. Wir werden ihn erfüllen und durch unser Beispiel die anderen Mitglieder des Bundestages dazu ermuntern, sich allmählich von den Fraktionszwängen loszumachen. Wir treten für eine Trennung von Regierungs- und Parlamentsfunktion ein, d.h. Parlamentarier, die Minister werden, geben ihr Parlamentsmandat auf. Dies führt zu einer größeren Eigenständigkeit und mehr Selbstbewußtsein der Parlamentarier.
Wir werden die Parlamentarier wieder auf ihre eigentliche Rolle als Vertreter des Volkes hinweisen und sie entlasten von der Aufgabe, die Regierung zu stützen bzw. sie als Opposition zu stürzen. Wir werden für Abstimmungen der Vernunft und des Gewissens quer durch die Fraktionen werben und das versteinerte Ritual der Zustimmung der Regierungsfraktion und Ablehnung der Oppositionsfraktion durch echte politische Debatten und Überzeugungsarbeit ablösen. Regierungen sollen lernen, mit Abstimmungsniederlagen im Parlament zu leben.
Neben der Ausübung eines Mandats darf ein Parlamentarier nicht gleichzeitig eine bezahlte Position in einem Wirtschafts- oder einem Berufsverband oder einer Gewerkschaft innehaben. Dies gilt auch für gemeinnützige Organisationen. Dieses Verbot gilt auch für ehrenamtliche Positionen in bundes- und landesweiten Verbänden. Wir sind für eine strikte Trennung von Vertretung partikularer Interessen einerseits, die legitim ist und ungehinderten Zugang zum Parlament haben soll, und andererseits der Rolle des Parlamentariers, der nach dem Grundgesetz dem g a n z e n Volke verpflichtet ist. Die derzeitige gesetzliche Regelung, daß Abgeordnete unbegrenzt Zuwendungen von welcher Seite auch immer entgegennehmen dürfen, ist skandalös. Wir werden dies durch ein sehr engmaschiges Spendengesetz mit strikten Kontrollen und Offenlegungspflichten ersetzen.
Wir treten für die Direktwahl der Ministerpräsidenten der Länder ein. Auf diese Weise wird der parteipolitische Einfluß auf die Landesregierungen deutlich zurückgehen.
Wir wollen das erstarrte politische System wieder beweglich machen. PARTEI DER NICHTWÄHLER
|
|
|||||||||||||||||||||||