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Pressemeldung, 22.10.2011
Landesverband will Nichtwählern politisch Gehör verschaffen
NRW: Partei der Nichtwähler schafft ersten Landesverband
Die Nichtwähler haben gewählt: In Köln wurde am 22. Oktober 2011 der erste Landesverband der Partei der Nichtwähler gegründet. Damit hat die 1998 gegründete und im Mai 2011 reorganisierte Bundespartei in Nordrhein-Westfalen eine wichtige Säule beim Ausbau der Parteibasis schaffen können. „Wir wollen den Nichtwählern in der Politik ein Sprachrohr bieten und ihr Schweigen ohrenbetäubend machen. Es kann doch nicht sein, dass sich immer mehr Menschen von Politik und Parteien abwenden und ihre Stimmen dann als Nichtwähler bei einer Wahl nicht zählen. Das vergrößert doch nur noch ihren Frust“, sagt der Münsteraner Marc Raschke, der in Köln zum 1. Vorsitzenden des NRW-Landesverbandes der Partei der Nichtwähler berufen wurde.
„Wir bieten politisch aktiven Nichtwählern die Möglichkeit, konstruktiv Protest zu wählen. Schließlich sollen aus Nichtwählern wieder Wähler werden, die aber dennoch dem etablierten Parteiensystem deutlich zeigen können: Uns übergeht ihr nicht mehr!“, sagt Raschke. „Ich halte es nämlich geradezu für ein Unding, dass uns Politiker vor einer Wahl stets ein schlechtes Gewissen machen wollen, wenn wir mangels echter Alternativen nicht zur Wahl gehen.“ Es müsse zudem aber auch Schluss sein damit, dass Nichtwähler mit ihren nichtabgegebenen Stimmen letztlich dazu beitragen, dass die etablierten Volksparteien sowie extrem-orientierte Parteien in ihren prozentualen Wahlergebnissen bestärkt werden.
Programm will Politikstruktur optimieren und aus Nichtwählern wieder Wähler machen
Nichtwählen allein ist aber nicht der wesentliche Kern der Partei der Nichtwähler. Vielmehr geht es den Parteimitgliedern darum, im konstruktiven Sinne jene Stellen in der Politikstruktur zu benennen und zu optimieren, die Wählerfrust erzeugen. „Natürlich gibt es zahllose Gründe, weshalb Menschen nicht zur Wahl gehen. Es gibt aber auch vieles, was im Politiksystem an sich unrund läuft und dazu führt, dass Menschen sich von ihm abwenden. Dies wollen wir ändern“, sagt Raschke. So sei z.B. eine Forderung aus dem Programm der Partei, den Fraktionszwang im Parlament abzuschaffen. Politiker sollen frei und ihrem eigenen Gewissen folgend entscheiden. „Die Meinung eines jeden Einzelnen sollte geschätzt werden“, sagt Raschke. Politiker sollen aber auch transparent machen, von welchen Lobbyisten sie angesprochen werden. Zudem sollen alle Landtagswahlen auf einen Termin gelegt werden, der genau zwischen zwei Bundestagswahlen liegt. „Jede noch so kleine Landtagswahl wird zur Testwahl für den Bund erklärt und die Regierung taktiert deshalb nur noch kurzfristig von Wahl zu Wahl“, sagt Raschke.
Eine weitere Forderung der Partei der Nichtwähler ist die Begrenzung der Abgeordnetenzeit auf zwei Legislaturperioden. „So verhindern wir die klassischen Berufspolitiker, die fern des Alltags ihrer Wähler im goldenen Käfig Entscheidungen fällen, die uns dann alle betreffen“, sagt Raschke. „Im Moment ist uns jedenfalls im Politik- und Parteiensystem so einiges aus den Fugen geraten.“
Neben Marc Raschke aus Münster wurden Wilhelm Gerhards (Mönchengladbach, stellv. Vorsitzender) und Sebastian Sachs (Aachen, stellv. Vorsitzender) sowie Dr. Klemens Surmann (Schatzmeister, Köln) in den Vorstand gewählt. Der Sitz des Landesverbandes ist Münster.
| Wie sie wurde, was sie ist: "Partei der Nichtwähler: Der schlafende Riese" (2011) | ![]() |
Jetzt ist es raus: Unser Bundesvorsitzender Dr. Werner Peters hat niedergeschrieben, wie er die "Partei der Nichtwähler" in den 1990er Jahren gegründet hat. Das Buch beschreibt die Ziele der Partei, aber auch die Herausforderungen, die sich auf dem Weg dahin stellen. Das Buch ist im EWK-Verlag erschienen und dort bzw. im Handel erhältlich.
Damit hatte sie wohl nicht gerechnet: Mit gleich 15 Abgeordneten wird die Piraten-Partei künftig im Berliner Senat vertreten sein, der am 18.9.2011 gewählt wurde. Ein Grund für diesen Erfolg: Die Piraten-Partei hat eine ganze Reihe von Nichtwählern mobilisieren können. 23.000 Berliner, die bis dato nicht an die Wahlurne gegangen waren, machten nun ihr Kreuz bei den Piraten. Dies zeigt einmal mehr: Die Nichtwähler sind eine mächtige politische Kraft in Deutschland.
Das war deutlich: Bei der jüngsten Landtagswahl in Mecklenburg Vorpommern ist nahezu jeder zweite Wahlberechtigte zu Hause geblieben. Gerade einmal 51,4 Prozent haben ihr Kreuzchen gemacht. Es war die schlechteste Wahlbeteiligung in MeckPom seit der Wiedervereinigung. Zur Schaugrafik der Wahlbeteiligung
Am 28. Mai 2011 fand in Köln der Bundesparteitag der Partei der Nichtwähler statt. Dabei wurde die entgültige Satzung und der Antrag auf Zulassung der Partei beim Bundeswahlleiter verabschiedet. Während der nächsten Wochen soll nunmehr die Mitgliederbasis vergrössert und im September 2011 der erste Landesverband NRW gegründet werden. Die Gründung weiterer Landesverbände ist für das 4. Quartal 2011 geplant. Damit möchte sich die Partei der Nichtwähler für die Teilnahme an den nächsten Landtagswahlen aufstellen. Interessierte Nichtwähler aus allen Bundesländern sind als passive und aktive Mitglieder sehr willkommen. Anmeldung online unter "Beitreten". Die Einladung zur Gründungsversammlung der Landesverbände erfolgt rechtzeitig per e-mail.